Header-Bild ist Artemia spec. © A. Hartl
ANOSTRACA Branchipus schaefferiEubranchipus grubiiTanymastix stagnalisChirocephalus diaphanusStreptocephalus torvicornisArtemia spec.

ANOSTRACA - Feenkrebse

Artemia spec. (Linnaeus, 1758)

Salinenkrebschen

Artemia spec. © Repro M. Engelmann

Titelseite der Erstbeschreibung durch den holländischen Arzt und Naturforscher Johannes Albertus Schlosser im ‚Journal Britannique’.

Artemia spec. © A. Hartl

Weibliches (oben) und männliches (unten) Tier unmittelbar vor der Paarung. Das Männchen hält mit seinen Kopfanhängen das Weibchen unmittelbar rostral (oberhalb) des Brutbeutels umklammert.

Artemia spec. © A. Hartl

Eier und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien (Artemia-Larven).

weitere Fotos Habitatfotos

Mutmaßlich erstmalige Erwähnung von Tieren der heutigen Gattung Artemia im Jahre 982 durch einen unbekannten iranischen Geographen. Wissenschaftliche Erstbeschreibung von Artemia salina durch den holländischen Arzt Johannes Albertus Schlosser 1755 noch ohne einen Namen zu vergeben. Statt dessen bot er die Vergabe eines solchen brieflich Carl von Linné an, der die Tiere 1758 als Cancer salinus in sein Systema naturae aufnahm.

Aus der deutschen Übersetzung des wissenschaftlichen Namens („salzige Artemia”) wird klar, dass dies kein „sprechender Name” ist. Salzig bezieht sich hier auf den Lebensraum. Artemia war eine heiliggesprochene Tochter des römischen Kaisers Diokletian. William Elford Leach, Urheber des Namens und englischer Naturalist, war bekannt dafür, sich bevorzugt mystischer Namen oder kryptischer Worte zu bedienen, ohne dadurch die Tiere im Sinne eines „sprechenden Namens” charakterisieren zu wollen.

Merkmale und Habitat

Artemia kann als einzige Großbranchiopodenart bei uns in ausdauernden, allerdings sehr salzigen Gewässern gefunden werden. Die Färbung aller Arten von Artemia schwankt in Abhängigkeit vom Salzgehalt des Gewässers und der aufgenommenen Nahrung von einem durchsichtig zarten bis hin zu einem kräftigen Rosa. Morphologisch weisen Tiere der Gattung Artemia im Vergleich zu den anderen einheimischen Anostraken zwei Besonderheiten auf: (1) das Abdomen ist mindestens genau so lang wie der Thorax. Und (2) bei den Männchen sind die 2. Antennen nicht greifzangenförmig sondern lappenartig, wobei die Funktion identisch ist: Die Umklammerung des Weibchens bei der Paarung kurz oberhalb des Brutbeutels. Letzterer wölbt sich auffällig weit links und rechts über den Körper heraus und wird nur durch die Farbe der Dauereier gefärbt.

Alle Arten von Artemia kommen ausschließlich in Gewässern mit Salzgehalt von mehr als 6 % bis etwa 30 % vor. Demzufolge waren und sind die Tiere auch bei uns nur in Salinen oder entsprechend salzhaltigen Grubenabwässern zu finden. Auf dem Territorium der heutigen Bundesrepublik gab es bis 1900 nur ein Vorkommen, das Artemia salina zugeschrieben werden kann. Vermutlich sind alle rezenten Vorkommen angesalbt. Dort, wo genetische Untersuchungen vorliegen, wurde die amerikanische Art Artemia franciscana nachgewiesen.

Jahreszeitliches Vorkommen

Bei uns meist im Sommer und Herbst. Früheste Beobachtung: Dezember, späteste: November.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

In allen rezenten Vorkommen zumindest zeitweise ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Keine Vergesellschaftung mit anderen einheimischen Großbranchiopoden.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Artemia spec. in Deutschland.

 

Weitere Fotos zu Artemia spec.

Artemia spec. © A. Hartl

Massen von adulten Artemien. Bei einigen sind die kräftigen Kopfanhänge der Männchen und die dreizipfligen Brutbeutel der Weibchen gut zu erkennen.

Artemia spec. © j. Venzlaff

Massenvorkommen einer parthenogenetischen Population von Artemia in einem Salinegewässer in Südeuropa.

Habitate von Artemia spec. in Deutschland

Habitat von Artemia © Uwe Manzke

Abraumhalde eines aufgelassenen Kalibergwerkes im Landkreis Peine (Niedersachsen). Hier wurden kalifornische Artemia in den 1960er Jahren angesalbt.

Titel © M. Engelmann

Vermutlich ebenfalls angesalbtes Vorkommen von Artemia bei Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) in flachen Teichen, die stark eisenhaltiges Wasser aus einer nahen Salzbergbau-Abraumhalde führen.

 

Limnadia lenticularis