Header-Bild ist Branchipus schaefferi © A. Hartl
ANOSTRACA Branchipus schaefferiEubranchipus grubiiTanymastix stagnalisChirocephalus diaphanusStreptocephalus torvicornisArtemia spec.

ANOSTRACA - Feenkrebse

Branchipus schaefferi (Fischer, 1834)

Sommerkiefenfuss, Sommerfeenkrebs

Branchipus schaefferi © Repro M. Engelmann

Titelseite der Erstbeschreibung von Branchipus schaefferi 1752 von Jacob Christian SCHÄFFER als „Apus pisciformis” (zu Deutsch: „fischförmiger Ohnefuß”).

Branchipus schaefferi © A. Hartl

Weibchen (oben) und Männchen (unten) in seitlicher Ansicht und in typischer Schwimmhaltung.

Branchipus schaefferi © A. Hartl

Detail des Brutsackes eines Weibchens. Blau, gelb und grünlich sind Drüsen- und andere Gewebe gefärbt. Der Darm ist als dunkles, den Körper in Längsrichtung durchziehendes Rohr zu erkennen.

Branchipus schaefferi © A. Hartl

Detailaufnahme des Kopfes des Männchens. Deutlich sind die schwarz gefärbten Komplexaugen, die nach rechts den Kopf überragenden 1. Antennen und die nach links (und damit bauchwärts) gerichteten, Taxon-typischen Kopfanhänge zu erkennen.

weitere Fotos Habitatfotos

Erstbeschreibung durch den Regensburger Prediger Jacob Christian Schäffer im Jahre 1752 als Apus pisciformis. Der in Sachsen geborene und in russischen Diensten stehende Johann Gotthelf Fischer (von Waldheim), stellte die Art in die von Bénédict Prévost aufgestellte Gattung Branchipus und nannte sie zu Ehren des Erstbeschreibers „schaefferi”. Der wissenschaftliche Name liest sich auf Deutsch: „Schäffers Kiemenfuss”.

Merkmale und Habitat

Branchipus schaefferi bewegt sich frei im Wasserkörper. Die männlichen Tiere fallen durch Ihre hellroten Körperenden (Cerci) auf, ansonsten sind sie gelbbräunlich und fast durchsichtig. Die Weibchen tragen einen leuchtend blau und orange-gelb gefärbten Eisack, in dem die sich bildenden Dauereier ständig bewegt werden. Die typischen, fadenförmig geraden Kopfanhänge der Männchen werden beim lebenden Tier meist gekreuzt und leicht eingerollt über den zweiten Antennen getragen. Letztere sind - wie bei fast allen Feenkrebsen - zu Haltenzangen umgebildet, mit denen die Weibchen bei der Paarung kurz über dem Brutbeutel umklammert werden.

Branchipus schaefferi ist auf temporäre Klein- und Kleinstgewässer als Lebensraum angewiesen. Bei uns sind die Tiere fast immer nur in unscheinbaren Pfützen zu beobachten, die mit Fahrspuren im Zusammenhang stehen oder standen. Einige typische Lebensräume werden hier vorgestellt: Habitatfotos.

Alle Vorkommen liegen in (an)lehmigen, meist voll besonnten Gewässern. Heute fast nur noch ausserhalb der Flussauen in anthropogen geschaffenen Lebensräumen wie (ehemaligen) militärischen Übungsgeländen und den dazu gehörigen Zuwegungen mit entsprechenden Bodenvertiefungen. Bei Vergesellschaftung mit Triops cancriformis, kann das Gewässer trüb und undurchsichtig sein. Kommt Branchipus schaefferi allein vor, ist das Wasser meist klar. Bei Störungen bewegen sich die Tiere durch heftiges Schlagen des Hinterleibes schnell aus der vermeintlichen Gefahrenzone.

Jahreszeitliches Vorkommen

Bei uns meist in den Sommermonaten Juli-September. Früheste Beobachtung: April, späteste: Oktober.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

In allen Vorkommen zumindest zeitweise ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Das kann aber in Abhängigkeit des Beobachtungszeitpunktes zugunsten des einen oder anderen Geschlechtes verschoben sein. Wenn, dann ist Branchipus schaefferi mit Triops cancriformis vergesellschaftet.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Branchipus schaefferi in Deutschland.

Weitere Fotos zu Branchipus schaefferi

Branchipus schaefferi © F. Lahrmann

Frei schwimmendes, adultes Männchen von Branchipus schaefferi. Nicht selten haben die Körper der Männchen eine zarte Färbung, die vor der der Weibchen abweicht und - wie hier - bläulich aber auch grünlich sein kann.

Branchipus schaefferi © F. Lahrmann

Weibliches Tier mit intensiv blau gefärbtem Brutbeutel, der gemeinsam mit dem kräftig roten Hinterleib besonders auffallend ist.

Branchipus schaefferi © A. Hartl

Ein männliches (oben) und ein weibliches Tier (unten) in typischer Schwimmhaltung. Der Brutbeutel des Weibchens erscheint etwas anders gefärbt als auf der oberen Abbildung.

Habitate von Branchipus schaefferi in Deutschland

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © F. Lahrmann

Fahrspurpfützen auf dem ehemaligen Militärgelände Colbitzer Heide (Brandenburg) als Lebensraum von Branchipus schaefferi.

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © H. Pellmann

Oftmals in kleinen (Restwasser-) Pfützen zu finden: Branchipus schaefferi-Vorkommen in Fahrspuren auf einem Feldweg bei Burg (Sachsen-Anhalt).

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © U. Zuppke

Auch in solchen Kleinstgewässern, wie dieser Wegpfütze in Sachsen-Anhalt, kann Branchipus schaefferi leben.

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © U. Zuppke

Neben Branchipus schaefferi werden temporäre Kleinstgewässer oft auch von der Kreuzkröte Epidalea calamita als Laichplatz genutzt - hier: Kaulquappen.

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © C. Wöhle

Unscheinbares Kleinstgewässer (Wagenspur/ Pfütze) als Lebensraum von Branchipus schaefferi, hier in der "Drover Heide" bei Köln (Nordrhein-Westfalen).

Biotop-Aufnahme Branchipus schaefferi © M. Schroth

Fundort von Branchipus schaefferi und Triops cancriformis auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände bei Hanau (Hessen).

 

Eubranchipus grubii