Header-Bild ist Eubranchipus grubii © U. Manzke
ANOSTRACA Branchipus schaefferiEubranchipus grubiiTanymastix stagnalisChirocephalus diaphanusStreptocephalus torvicornisArtemia spec.

ANOSTRACA - Feenkrebse

Eubranchipus grubii (Dybowski, 1860)

Frühjahrskiefenfuss, Frühjahrsfeenkrebs

Eubranchipus grubii © Repro M. Engelmann

Titelbild der Erstbeschreibung durch den polnischen Arzt und Naturforscher Benedict von Dybowski.

Eubranchipus grubii © U. Manzke

Männlicher Eubranchipus grubii in typischer Schwimmlage. Auffallend sind die vergleichsweise kräftig ausgeprägten Kopfanhänge.

Eubranchipus grubii © U. Manzke

Weibliches Tier, bei dem die bläuliche Färbung der Körperseite und der (in natura) eher schwach gefärbte, arttypisch geformte Brutbeutel zu erkennen sind.

weitere Fotos Habitatfotos

Der polnische Arzt und Naturforscher Benedict von Dybowski lieferte im Jahre 1860 die Erstbeschreibung. Er gab der Art den Namen Branchipus grubii in Erinnerung an seinen Lehrer, den Zoologen Adolph Eduard Grube. Der wissenschaftliche Name bedeutet: „echter Grube'scher Kiemenfuss”.

Merkmale und Habitat

Die im Wasser frei schwimmenden Tiere von Eubranchipus grubii haben einen fast durchsichtigen, rötlich gefärbten Körper, in dem von ventral aus gesehen, der Darm und die Augen als dunkle Punkte wahrgenommen werden können. Die Weibchen zeigen an jeder Seite einen dunkelblauen Streifen. Caudal der Kiemenfüsse befindet sich der in Form und Farbe vergleichsweise unauffällige Eisack. Die arttypischen, fein gegliederten Kopfanhänge der Männchen werden eingerollt zwischen den zu Haltenzangen umgebildeten zweiten Antennen getragen. Letztere dienen als Klammerorgane für die Paarung.

Die meisten Vorkommen liegen in und in der Nähe von Flussauen in klaren, und meist schattigen Gewässern, häufig mit Baumbewuchs und altem Laub als Untergrund. Gelegentlich jedoch auch in frei liegenden Gewässern mit Grasbewuchs. In den Flussauen auch im Vordeichbereich nachgewiesen.
In manchen Regionen kann die Art auch außerhalb der unmittelbaren Auen gefunden werden. Zumeist handelt es sich um alte, erhalten gebliebene Waldstandorte auf nassen bis stark wechselfeuchten Böden.

Jahreszeitliches Vorkommen

Bei uns meist im Winter und Frühjahr mit Schwerpunkt April. Früheste Beobachtung: Dezember, späteste: Juni.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

In allen Vorkommen zumindest zeitweise ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Jedoch können - je nach Beobachtungszeitpunkt - auch männliche oder weibliche Tiere deutlich überwiegen. Wegen des relativ unauffälligen Brutbeutels werden gelegentlich auch junge weibliche Tiere fälschlicherweise für Männchen gehalten. Häufige gemeinsame Vorkommen im Gebiet mit Lepidurus apus, seltener mit Tanymastix stagnalis.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Eubranchipus grubii in Deutschland.

Weitere Fotos zu Eubranchipus grubii

Eubranchipus grubii © U. Manzke

Detailaufnahme des Brutbeutels mit Dauereiern (Zysten) gefüllt.

Eubranchipus grubii © O. Schaper

Größenvergleich: ein adultes Männchen und viele kleine Nauplien von Eubranchipus grubii.

Eubranchipus grubii © W. Könecke

Weibchen von Eubranchipus grubii an der Wasseroberfläche schwimmend.

Habitate von Eubranchipus grubii in Deutschland

Eubranchipus grubii © J. M. Martens

Fundort von Eubranchipus grubii in mit lockeren Weidenbüschen bestandener Senke mit einem angrenzenden Marschengraben bei Hamburg.

Eubranchipus grubii © U. Manzke

Typisches am Deichfuß gelegenes Qualmgewässer/Sumpf an der unteren Mittelelbe (Niedersachsen), als Lebensraum für Eubranchipus grubii und Lepidurus apus.

Eubranchipus grubii © W. Könecke

Kleinstgewässer als Lebensraum von Eubranchipus grubii in einem Hartholzauwaldrest bei Celle (Niedersachsen).

Eubranchipus grubii © Name

Kleiner Auwaldtümpel mit Eubranchipus grubii-Vorkommen, binnendeichs der Aller bei Bierde (Niedersachsen).

Eubranchipus grubii © K.-P. Pryswitt

Einer der wenigen Fundorte im Leinetal an denen Eubranchipus grubii und L. apus gemeinsam vorkommen (bei Schwarmstedt; Niedersachsen).

Eubranchipus grubii © U. Manzke

Früher fand man Eubranchipus grubii oft in wegbegleitenden Entwässerungsgräben in feuchten Wäldern (hier Ahltener Wald bei Hannover; Niedersachsen). Grundwasserabsenkungen haben vielerorts solche Wälder und Gräben trocken gelegt.

Eubranchipus grubii © Name

Feldsoll bei Rahnsdorf (Sachsen-Anhalt) als Lebensraum für Eubranchipus grubii.

Eubranchipus grubii ©

Solche Tümpel, wie hier bei Apollensdorf- Nord (Sachsen-Anhalt) sind typische Lebensräume von Eubranchipus grubii.

Eubranchipus grubii © M. Schroth

Lebensraum von Eubranchipus grubii im NSG Obermannslache bei Froschhausen (Hessen).

Eubranchipus grubii © D. Hofmann

Temporärer Tümpel im Steigerwald (Bayern), hier wurde Eubranchipus grubii bei einem pH-Wert von 5,1 beobachtet.

 

Tanymastix stagnalis