Header-Bild ist Leptestheria dahalacensis © A. Hartl
CONCHOSTRACALimnadia lenticularis Lynceus brachyurus Leptestheria dahalacensis

CONCHOSTRACA - Muschelschaler

Leptestheria dahalacensis (Rüppell, 1837)

(Kleine Estherie)

Leptestheria dahalacensis © Repro M. Engelmann

Titelseite der Erstbeschreibung als "Estheria" durch Hercule Straus-Durkheim im Jahre 1837 in der Zeitschrift ‚Museum Senckenbergianum’.

Leptestheria dahalacensis © A. Hartl

Seitliche Aufnahme eines Tieres von Leptestheria dahalacensis in typischer Schwimmhaltung. Gut erkennbar sind die fast undurchsichtige, eher längliche Schale, die Ruderantennen, ein Komplexauge und die Furcakralle am unteren Körperende (Postabdomen).

Habitatfotos

Erste, ausführliche Beschreibung als Estheria dahalacensis durch den französischen Naturforscher und Anatomieprofessor Hercule Straus-Durkheim mit Referenz zu dem in Frankfurt am Main lebenden Naturforscher Eduard Rüppell im Jahre 1837.

Der wissenschaftliche Name bedeutet: „dahalak'sche feingliedrige Estherie”. Die Erstbeschreibung basierte auf Funden auf der Insel Dahalak im Roten Meer und Estheria nimmt Bezug auf Esther, einen Frauennamen aus dem Alten Testament.

Merkmale und Habitat

Leptestheria dahalacensis erreicht eine Schalengröße von maximal 1,5 cm. Die Körperschalen sind dunkel pigmentiert, jedoch noch durchsichtig. An ihnen fallen auf: (1) der „Wirbel”, (2) die eher längliche Schalenform und (3) die Zuwachsstreifen. Das Körperende weist keine Dornen auf dafür aber schwache Borsten. Bei adulten Tieren sitzt an dem am Kopf befindlichen Rostrum ein einzelner, unter dem Präpariermikroskop gut sichtbarer Stachel. Die zweiten Antennen sind zu Ruderarmen umgebildet und mit zwei langen Ästen ausgestattet. Meist liegen die Tiere seitlich auf dem Gewässergrund und schwimmen nur gelegentlich mit kräftigen, peitschenartigen Schlägen ihrer zweiten Antennen deutlich „auf-und-ab-hüpfend” im Wasser.

Bei uns nur ein Vorkommen in einem Fischaufzuchtgewässer; dort massenhaft. In freier Natur in Regenwassertümpeln auf Wiesen und Feldern.

Jahreszeitliches Vorkommen

Leptestheria dahalacensis wird im genannten Fischaufzuchtgewässer zwischen Mai und Juli beobachtet. Das deckt sich auch mit den (wenigen) Beobachtungen aus freier Natur, wobei in rezenten Vorkommen in Österreich die Tiere auch noch im August gefunden wurden.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

Lepthestheria dahalacensis zeigt bei uns ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Nur ein Vorkommen im Gebiet, dort nicht vergesellschaftet. Früher, in heute erloschenen Vorkommen, und auch noch heute in Österreich gelegentliche Vergesellschaftung mit Triops cancriformis.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Leptestheria dahalacensis in Deutschland.

 

Habitate von Leptestheria dahalacensis in Deutschland

Habitataufnahme Leptestheria dahalacensis © j. Venzlaff

Ein Fischaufzuchtgewässer ist der einzig bekannte aktuelle Lebensraum von Leptestheria dahalacensis in Deutschland. Das Gewässer wird im späten Frühjahr bespannt und im späten Herbst wieder abgelassen. Im Frühsommer kommt es dann zur Massenentwicklung des Conchostraken.

Blumengangsenke in Österreich © J. Venzlaff

Blumengangsenke in Österreich, Fundort von Leptestheria dahalacensis, Cyzicus tetracerus, Eoleptestheria ticinensis, Limnadia lenticularis und Imnadia yeyetta sowie Triops cancriformis.