Header-Bild ist Limnadia lenticularis © A. Hartl
CONCHOSTRACALimnadia lenticularis Lynceus brachyurus Leptestheria dahalacensis

CONCHOSTRACA - Muschelschaler

Limnadia lenticularis (Linnaeus, 1761)

Linsenkrebs

Limnadia lenticularis © Repro M. Engelmann

Titelseite der "Fauna Schwedens" (‚Fauna svecica’), die die Erstbeschreibung von Limnadia lenticularis durch Carl von Linné, enthält.

Limnadia lenticularis © A. Hartl

Weibliche Limnadia in typischer Schwimmhaltung. Durch die zarte Schale ist der Körper gut zu erkennen. Das Weibchen trägt keine Eier.

weitere Fotos Habitatfotos

Ersterwähnung durch Carl von Linné in seiner Fauna svecica als Monoculus lenticularis im Jahre 1761 mit Vorkommen in Finnland. Als „linsenförmige Teichnymphe” kann der wissenschaftliche Name übersetzt werden.

Merkmale und Habitat

Limnadia lenticularis ist mit einer Größe von ca. 1-1,5 cm und seinen fast durchsichtigen, eiförmigen und mit zarten Zuwachsstreifen versehenen Schalen auffällig. Die Tiere liegen entweder seitlich auf dem Bodengrund oder schwimmen aufrecht durch das Wasser. Dabei bewegen sie Ihre stark vergrößerten und mit zwei langen Ästen ausgestatteten 2. Antennen ruderartig. Neben der besonderen Form des Abdomenendes (gleichförmige Zacken) weist die Art als einziger einheimischer Muschelschaler ein gestieltes Dorsalorgan auf.

Vorkommen im Westen entlang des Rheins in vegetationsarmen Überflutungspfützen hinterdeichs, sonst auch in Wiesensenken. Gelegentlich in Fischaufzuchtgewässern.

Jahreszeitliches Vorkommen

Häufigste Beobachtungen in den Monaten Juni und Juli. Früheste Meldung: Mai, späteste: September.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

Bislang wurden nur sehr wenige männliche Tiere gefunden, so dass fast alle Vorkommen ausschließlich aus Weibchen bestehen. Insbesondere entlang des Rheins ist eine Vergesellschaftung mit Triops cancriformis nicht selten.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Limnadia lenticularis in Deutschland.

 

Weitere Fotos zu Limnadia lenticularis

Limnadia lenticularis © O. Schaper

Weibliche Limnadia lenticularis mit Dauereiern, die - innerhalb der Körperschalen - vermittels Schleim an der dorsalen Körperoberfläche kleben.

Limnadia lenticularis © J. Venzlaff

Trockengefallene und verstorbene Limnadia lenticularis.

Limnadia lenticularis © O. Schaper

Körperende (Postabdomen) von Limnadia lenticularis mit den typischen Klauen und Zähnen.

Habitate von Limnadia lenticularis in Deutschland und weiteren Ländern in Europa

Habitataufnahme Limnadia lenticularis © O. Schaper

Das einzig bekannte rezente Vorkommen von Limnadia lenticularis in Niedersachsen ist in einer Fischteichanlage zu finden.

Titel © A. Hartl

Wiesensenke bei Stöttham (Bayern) mit Vorkommen von Limnadia lenticularis. Im selben Habitat ist auch Tanymastix stagnalis beobachtet worden.

Habitataufnahme Limnadia lenticularis © J. Venzlaff

In derartigen Überschwemmungswiesen binnendeichs kommt Limnadia lenticularis in größeren Abschnitten entlang des Oberrheins vor. Die Wiesen füllen sich im Sommer durch heftige Niederschläge und bieten dann auch Lebensraum für Triops cancriformis und Branchipus schaefferi.

Habitataufnahme Limnadia lenticularis © J. Venzlaff

Eine Senke bei Munchhausen in Frankreich. Dort kommt Limnadia lenticularis zusammen mit Triops cancriformis und Branchipus schaefferi vor.

 

Lynceus brachyurus