Header-Bild ist Tanymastix stagnalis © A. Hartl
ANOSTRACA Branchipus schaefferiEubranchipus grubiiTanymastix stagnalisChirocephalus diaphanusStreptocephalus torvicornisArtemia spec.

ANOSTRACA - Feenkrebse

Tanymastix stagnalis (Linnaeus, 1758)

Eichener Kiemenfuß, Eichener Feenkrebs

Tanymastix stagnalis © Repro M. Engelmann

Titelbild des ‚Systema naturae’ in der Ausgabe von 1758 von Carl von Linné, dem die Erstbeschreibung von Tanymastix stagnalis zugesprochen wird.

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Ein männliches (oben) und ein weibliches (unten) Tier aus einem einheimischen Fundort. Tatsächlich sind die Männchen - wie auch hier zu sehen - nicht selten grünlich gefärbt.

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Detailaufnahme des Brutbeutels von einem weiblichen Tanymastix mit arttypischer Form (z.B. den zwei Dornen) und roter Färbung von Drüsen- und anderem Gewebe des Brutbeutels. Unterhalb des braunen Darmkanals liegt das weiße Uterusgewebe, in dem die Eibildung stattfindet.

weitere Fotos Habitatfotos

Obwohl auf Grund fehlender Nennung kritischer Merkmale eine sichere Zuordnung von Cancer stagnalis im Systema naturae von 1758 nicht möglich ist, gilt Carl von Linné als Erstbeschreiber der Art. Tatsächlich aber nennt Linné Jacob Christian Schäffers Monographie Apus (pisciformis... = Branchipus schaefferi) als Referenz.

Der wissenschaftliche Name bedeutet „stagnierender Langgeißliger”, wobei sich stagnierend auf den Wassertyp bezieht: Er lebt in stehenden Gewässern.

Merkmale und Habitat

Wie alle Feenkrebse schwimmt Tanymastix stagnalis hauptsächlich frei im Wasser. Die männlichen Tiere sind häufig zart grünlich gefärbt, die Weibchen tragen einen karminrot gefärbten Eisack, der einen opaliszierenden Punkt aufweist. Die geteilt lappenförmigen Kopfanhänge der Männchen, die eingerollt getragen werden, lassen den Kopf - seitlich betrachtet - weniger mächtig erscheinen als bei Eubranchipus grubii. Auch bei Tanymastix stagnalis dienen die zweiten Antennen als Haltezangen für die Paarung, mit denen die Weibchen kurz über dem Brutbeutel umklammert werden.

Alle Vorkommen liegen in Gras bewachsenen, freien Gewässern ohne Baumbewuchs. Nicht nur in der Nähe von Flussauen sondern auch in anderen geeigneten und im Frühjahr überfluteten Bodenvertiefungen oder - in einem Falle - Karstgewässer.

Jahreszeitliches Vorkommen

Bei uns meist im Frühjahr in den Monaten März bis Mai; gelegentlich wurde die Art auch in den Sommermonaten bei relativer Trockenheit und Wärme beobachtet. Früheste Beobachtung: Dezember, späteste: Oktober.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

In allen Vorkommen sind beide Geschlechter nachweisbar, auch wenn zu bestimmten Zeitpunkten mehr Männchen oder Weibchen beobachtet werden können. Wenn, dann findet sich Tanymastix stagnalis relativ häufig mit Eubranchipus grubii vergesellschaftet, seltener mit Lepidurus apus.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Tanymastix stagnalis in Deutschland.

 

Weitere Fotos zu Tanymastix stagnalis

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Detailaufnahme des Kopfes eines Tanymastix-Männchens. Erkennbar sind ein (gestieltes) Komplexauge, die nach rechts gerichteten ersten Antennen und die kräftigen, zu Halteklammern umgebildeten 2. Antennen. Dazwischen liegen eingerollt die Kopfanhänge.

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Detailaufnahme des Kopfes eines Tanymastix-Männchens, vgl. linkes Bild.

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Tanymastix-Weibchen.

Tanymastix stagnalis © A. Hartl

Detailaufnahme des Kopfes eines Tanymastix-Weibchens.

Habitate von Tanymastix stagnalis in Deutschland

Titel © H. Pellmann

Fundort von Tanymastix stagnalis an der Elbe in Brandenburg. Binnendeichs kommt hier der Anostrake gemeinsam mit E. grubii und L. apus auf einer Qualmwasserfläche vor.

Titel © A. Hartl

Wiesensenke bei Stöttham in Bayern mit Vorkommen von Tanymastix stagnalis und Limnadia lenticularis.

 

Chirocephalus diaphanus