Header-Bild ist Triops cancriformis © U. Manzke
NOTOSTRACA Triops cancriformis Lepidurus apus

NOTOSTRACA - Rückenschaler

Triops cancriformis (Bosc, 1801)

Sommerschildkrebs, Großer Schildkrebs

Triops cancriformis © M. Engelmann

Titelblatt der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1732 in ‚Allerley insecten Teutschlands’ durch Johann Leonhard Frisch.

Triops cancriformis © M. Engelmann

Zwei Triops cancriformis (Weibchen) am Rande ihres natürlichen Habitats

Triops cancriformis © M. Engelmann

Detailaufnahme des Telsons (letztes Körpersegment) von dorsal mit kräftigen Dornen und dem Ursprung der Furca (fadenförmige Fortsätze).

Triops cancriformis © U. Manzke

Außergewöhnlich große weibliche Triops cancriformis-Exemplare aus einem Vorkommen in Deutschland.

weitere Fotos Habitatfotos

Erstbeschreibung durch den Rektor des Grauen Gymnasiums in Berlin Johann Leonhard Frisch im Jahre 1732, als „flossfüssiger Seewurm mit dem Schild”, anhand eines Alkoholpräparates. Frisch zugesandt hatte das Tier Jacob Theodor Klein, Stadtsekretär der Stadt Danzig (heute Gdańsk, Polen). Louis Bosc (d'Antic), ein französischer Verwaltungsbeamter, Naturforscher und Privatgelehrter, veröffentlichte 1801 eine Monographie mit dem Titel: „Histoire naturelle des Crustacés”. In ihr führte er den Artnamen „cancriformis” ein. Der Gattungsname stammt von dem bayrischen Botaniker Franz von Paula Schrank. Der wissenschaftliche Name bedeutet im Deutschen „krebsförmiges Dreiauge”.

Merkmale und Habitat

Triops cancriformis ist die charakteristische „Urzeitkrebsart” mit großem Rückenschild und dem dahinter deutlich in bedornte Ringe gegliederten und frei beweglichem Hinterleib (Abdomen), der über das Telson (letzter, den After tragenden Körperabschnitt) in die Furca (Schwanzspitzen) übergeht. Das Telson besitzt keine an eine Vogelfeder erinnernde Verlängerung (anders als: Lepidurus apus). In der Rückenansicht sind die Tiere meist oliv-grün, die Furca braun; bauchseits im Bereich der Blattbeine rötlich und im vorderen Bereich des Rückenschildes gelb.

Triops cancriformis kommt in (an)lehmigen, meist voll besonnten Gewässern vor. Rezente Vorkommen bei uns auch häufig ausserhalb von Flussauen in anthropogen geschaffenen Lebensräumen wie (ehemaligen) militärischen Übungsgeländen und gelegentlich auch in Fischaufzuchtgewässern. Da die Tiere den Untergrund ständig nach Nahrung durchwühlen, sind die Gewässer meist trüb und die Tiere nur dann zu sehen, wenn sie (eher selten) bäuchlings an der Oberfläche schwimmen oder sich am Rand des Gewässers aufhalten.

Jahreszeitliches Vorkommen

Bei uns meist in den Sommermonaten, da die Nauplien eine relativ hohe Wassertemperatur für den Schlupf benötigen. Früheste Beobachtung: Ende April, späteste im November.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung

Weibliche, am 11. Beinpaar Eitaschen tragende Tiere sind in allen Vorkommen vertreten. Männchen, denen die Eitaschen fehlen und die sich durch ein auffällig aktives Schwimmverhalten auszeichnen, sind vergleichsweise selten. Besonders häufig, wenn auch nicht immer, wurde Triops cancriformis mit Branchipus schaefferi im selben Gewässer gefunden. Danach rangieren gemeinsame Vorkommen mit Limnadia lenticularis.


Eine Hilfe zur Bestimmung finden Sie hier.

Verbreitungsübersicht von Triops cancriformis in Deutschland.

Weitere Fotos zu Triops cancriformis

Triops cancriformis © M. Engelmann
Bauchseite aufgenommen von einem „rückenschwimmenden” Triops cancriformis. Gelegentlich sind die Tiere dann an der Oberfläche der - meist trüben - Pfützen so sichtbar, wenn sie Algen oder Bakterien in der Kahmhaut abweiden.
Triops cancriformis © U. Manzke
Seitliche Detailaufnahme des hinteren Körperabschnittes mit Kiemenbeinen und (rechts) der rötlichen Dauereier (Zysten) enthaltenen Eitasche. Deutlich sind auch die Dornen am Hinterleib zu sehen.
Triops cancriformis © U. Manzke
Triops cancriformis beim Abweiden des Bakterien- und Algenaufwuchses auf Armleucheralgen.
Triops cancriformis © U. Manzke
Seitliche Porträtaufnahme eines Triops cancriformis. Unter dem Rückenschild schimmern hell die Windungen der Maxillendrüse.

Habitate von Triops cancriformis in Deutschland

Biotop-Aufnahme Triops © M. Engelmann
Fundort von Triops cancriformis bei Dallgow (Brandenburg). Am Rand eines ehemaligen militärischen Übungsgeländes bieten regenwassergefüllte Fahrspuren auf sandig-lehmigem Grund geeignete Lebensräume.
Biotop-Aufnahme Triops © U. Manzke
Fundort von Triops cancriformis auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände bei Hildesheim (Niedersachsen). Regenwasser- gespeiste Fahrspurtümpel und -pfützen werden hier von Triops cancriformis besiedelt. Die Trübung dieses Kleinstgewässers kann als Indiz für ein Vorkommen von Triops cancriformis gelten.
Biotop-Aufnahme Triops © M. Schroth
Fundort von Triops cancriformis und Branchipus schaefferi auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände bei Hanau (Hessen).
Biotop-Aufnahme Triops © G. Füllner
Fischaufzuchtteiche in Königswartha (Sachsen). Hier kommen aufgrund des besonderen Rhythmus der Bespannung der Teiche seit über 30 Jahren Triops cancriformis und Limnadia lenticularis vor.

 

Lepidurus apus