Diplostraca

Zweischaler
Limnadia lenticularis (Linnaeus, 1761)
Linsenkrebs, Großer Muschelschaler

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Leptestheria dahalacensis 1) (Rüppell, 1837)
(Kleine Estherie)

1) Manchmal wird noch Cyzicus tetracerus (Krynicki, 1830) angegeben, dabei handelt es sich aber mit großer Wahrscheinlichkeit um eine alte Fehlbestimmung von L. dahalacensis.

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Lynceus brachyurus O.F. Müller, 1776
Dickbauchkrebs

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Limnadia lenticularis (Linnaeus, 1761)
Linsenkrebs, Großer Muschelschaler

Ersterwähnung durch Carl von Linné in seiner Fauna svecica als Monoculus lenticularis im Jahre 1761 mit Vorkommen in Finnland. Als „linsenförmige Teichnymphe” kann der wissenschaftliche Name übersetzt werden.

Merkmale und Habitat
Limnadia lenticularis ist mit einer Größe von ca. 1-1,5 cm und seinen fast durchsichtigen, eiförmigen und mit zarten Zuwachsstreifen versehenen Schalen auffällig. Die Tiere liegen entweder seitlich auf dem Bodengrund oder schwimmen aufrecht durch das Wasser. Dabei bewegen sie Ihre stark vergrößerten und mit zwei langen Ästen ausgestatteten 2. Antennen ruderartig. Neben der besonderen Form des Abdomenendes (gleichförmige Zacken) weist die Art als einziger einheimischer Zweischaler ein gestieltes Dorsalorgan auf.

Vorkommen im Westen entlang des Rheins in vegetationsarmen Überflutungspfützen hinterdeichs, sonst auch in Wiesensenken. Gelegentlich in Fischaufzuchtgewässern.

Jahreszeitliches Vorkommen
Häufigste Beobachtungen in den Monaten Juni und Juli. Früheste Meldung: Mai, späteste: September.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung
Bislang wurden nur sehr wenige männliche Tiere gefunden, so dass fast alle Vorkommen ausschließlich aus Weibchen bestehen. Insbesondere entlang des Rheins ist eine Vergesellschaftung mit Triops cancriformis nicht selten.

Lynceus brachyurus O.F. Müller, 1776
Dickbauchkrebs

Erste (kurze) Beschreibung 1776 durch den dänischen Naturforscher Otto Friedrich Müller in einer Auflistung der Tiere, die in Dänemark und Norwegen vorkamen.

Als „kurzschwänziger Lynkeus” kann der wissenschaftliche Name übersetzt werden. Wobei Lynkeus sich auf den Lotsen der Argonauten bezieht, die in der griechischen Sage über das Meer segelten. Mit kurzschwänzig ist das vergleichsweise unauffällige Körperende gemeint.

Merkmale und Habitat
Lynceus brachyurus ist der kleinste einheimische „Großbranchiopode”. Erwachsene Tiere erreichen einem maximalen Durchmesser von nur etwa 0,5 cm. Die Körperschalen sind bräunlich, stark vorgewölbt und besitzen keine „Zuwachsringe”. Am Körperende fehlen auffällige Zacken oder Borsten. Die Tiere findet man meist frei im Wasserkörper, wo sie sich mit weit geöffneten Schalen gleichmäßig vorwärts bewegen. Die Männchen besitzen umgebildete Extremitäten zum Festhalten der Weibchen während der Paarung.

Bekannt sind bei uns drei aktuelle Vorkommen. Zwei in grasbewachsenen Senken in der Feldflur in Süddeutschland und Mecklenburg-Vorpommern, das dritte - erst vor kurzem entdeckt - am Rande eines Hartholzauwald-Restes in Bayern.

Jahreszeitliches Vorkommen
Lynceus brachyurus wurde bislang fast nur in den Monaten April und Mai beobachtet; eine Meldung datiert von Juni.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung
Lynceus brachyurus zeigt bei uns ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Häufig können auch Paarungen beobachtet werden.

Vergesellschaftungen wurden beobachtet mit Lepidurus apus und mit Eubranchipus grubii.

Leptestheria dahalacensis (Rüppell, 1837)
(Kleine Estherie)

Erste, ausführliche Beschreibung als Estheria dahalacensis durch den französischen Naturforscher und Anatomieprofessor Hercule Straus-Durkheim mit Referenz zu dem in Frankfurt am Main lebenden Naturforscher Eduard Rüppell im Jahre 1837.

Der wissenschaftliche Name bedeutet: „dahalak'sche feingliedrige Estherie”. Die Erstbeschreibung basierte auf Funden auf der Insel Dahalak im Roten Meer und Estheria nimmt Bezug auf Esther, einen Frauennamen aus dem Alten Testament.

Merkmale und Habitat
Leptestheria dahalacensis erreicht eine Schalengröße von maximal 1,5 cm. Die Körperschalen sind dunkel pigmentiert, jedoch noch durchsichtig. An ihnen fallen auf: (1) der „Wirbel”, (2) die eher längliche Schalenform und (3) die Zuwachsstreifen. Das Körperende weist keine Dornen auf dafür aber schwache Borsten. Bei adulten Tieren sitzt an dem am Kopf befindlichen Rostrum ein einzelner, unter dem Präpariermikroskop gut sichtbarer Stachel. Die zweiten Antennen sind zu Ruderarmen umgebildet und mit zwei langen Ästen ausgestattet. Meist liegen die Tiere seitlich auf dem Gewässergrund und schwimmen nur gelegentlich mit kräftigen, peitschenartigen Schlägen ihrer zweiten Antennen deutlich „auf-und-ab-hüpfend” im Wasser.

Bei uns nur ein Vorkommen in einem Fischaufzuchtgewässer; dort massenhaft. In freier Natur in Regenwassertümpeln auf Wiesen und Feldern.

Jahreszeitliches Vorkommen
Leptestheria dahalacensis wird im genannten Fischaufzuchtgewässer zwischen Mai und Juli beobachtet. Das deckt sich auch mit den (wenigen) Beobachtungen aus freier Natur, wobei in rezenten Vorkommen in Österreich die Tiere auch noch im August gefunden wurden.

Geschlechterverhältnis und Vergesellschaftung
Lepthestheria dahalacensis zeigt bei uns ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Nur ein Vorkommen im Gebiet, dort nicht vergesellschaftet. Früher, in heute erloschenen Vorkommen, und auch noch heute in Österreich gelegentliche Vergesellschaftung mit Triops cancriformis.

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